Ein bisschen Feiern mit Freunden. Auf Schalke.

Bereits gestern Abend begann sich eine Welle der Empörung unter interessierten Fußballfans, Blogs und andere Medien zu verbreiten. Grund dafür war der bei weitem überzogene Einsatz der deutschen Polizei gegen Schalker Ultras im Nordsektor der Veltins-Arena. Über die Vorkommnisse wurde bereits ausführlich berichtet und auch vollkommen richtig angeprangert, dass man seitens der Polizei, um die Situation im Stadion zu deeskalieren eine Eskalation herbeiführen musste. Die bei solchen Vorkommnissen obligatorischen Meldungen der „Wir denken da nicht so viel darüber nach“-Medien (BILD, ZDF, SKY etc.) durften natürlich auch nicht fehlen – der Grundtenor hier: Die Schalker haben den Ausgleich nicht ertragen und randaliert, diese Idioten!

Wie dem auch sei, ich muss dazu nicht viel mehr beitragen, da sich jeder klar denkende Mensch nicht mit einer derartigen Machtdemonstration inkl. Schwerverletzten ohne Unmut aufzubauen abfinden kann.

Was genau abging, lässt sich beispielsweise hier, hier, hier oder bei der Polizei (höhö) nachlesen.

Der Auslöser?

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass die Schalker eine Fanfreundschaft mit dem führenden Fanclub der mazedonischen Mannschaft „Vardar Skopje“, den „Komiti Skopje 1987“ pflegen. Aus diesem Grund besuchen Leute aus Skopje (oder aus der deutschen Diaspora)  Spiele und hängen auch ihr Transparent auf.

Nun war die Folge des Aufhängens  ein Überkochen der Emotionen auf  Seiten der griechischen Anhängerschaft von PAOK. Den Aussendungen der Polizei nach, war von Platzsturm, Blocksturm, Schwerverletzten und möglicherweise auch Toten die Rede.*

Bittere Situation. Da kommen griechische Nationalisten nach Gelsenkirchen und machen faktisch die Polizei zu ihren antimazedonischen Handlangern. Dabei wollten die nur gemeinsam mit ihren Schalker Freunden das Spiel gucken und etwas Präsenz zeigen, was unter Fans auf Tour ja durchaus üblich ist.

Hintergrund

Es handelt sich bei dem „Fetzen“, wie wir Wiener sagen, um die mazedonische Flagge der Jahre 1992 bis 95 mit der Aufschrift „Komiti Düsseldorf“ in kyrillischer Schrift. Aufgrund von Druck und Intervention Griechenlands bei div. Internationalen Institutionen, wurde der junge Staat gezwungen, sowohl Namen als auch Flagge zu ändern. In Griechenland gibt es nämlich auch ein „Mazedonien“ (heißt eigentlich Makedonien, so wie auch Mazedonien auf Mazedonisch Makedonien heißt), das, wie auch die heutige Former Yugoslav Republic of Macedonia, Teile Bulgariens und Teile Albaniens, im Antiken Makedonien liegt. Griechenland erhob Anspruch auf das historische Erbe Makedoniens, die Flagge und Alexander den Großen – mit Erfolg.

Wie es am Balkan so Sitte ist, hat auch dieser Konflikt eine mittlerweile mehr als 100 Jahre zurückreichende Tradition inklusive Vertreibung, ethnischer Säuberung etc., die Nationalisten und Chauvinisten aller Seiten in ihren Ansichten seit Generationen bestärkt.

Weitere Infos zum Konflikt: hier

Wer sind „Komiti Skopje“? 

Als Kenner der fanbezogenen Verhältnisse des Balkans drängte sich mir schon bald nachdem ich meinen Frust via Twitter ausgelassen hatte und der Verstand langsam wieder einkehrte, die Frage auf, wie das Spielchen wohl in Skopje abgelaufen wäre, hätten griechische Fans eine griechische Fahne gehisst. Die Antwort darauf ist leider ernüchternd.

Mein Aufenthalt in Skopje vor 3 Jahren war bezüglich des Umgangs der Einheimischen mit Roma und Albanern (große Minderheiten in Mazedonien) äußerst bitter, aber natürlich völlig subjektiv. Der kyrillischen Schrift voll und der mazedonischen Straße teils mächtig, machte ich mich also auf die Suche nach ein paar Informationen zu den „Komiti Skopje“ und wurde auch sehr schnell fündig.

Über die Seite http://www.komiti.org gelangt man in das öffentliche Forum der Gruppe. An erster Stelle befindet sich das Unterforum namens „Mazedonien den Mazedoniern!“, in dem User wie „Einsatzgruppen“, „ultra-Skin“ und ähnliche offen gegen Schwule, Schwarze, Linke, Roma, Griechen, Bulgaren, Albaner und zu meiner Überraschung auch serbische Einflüsse hetzen. Wie bei den meisten Rechtsradikalen ist auch Revanchismus und die Wiederherstellung des „großen Mazedonien“ ein heiß diskutiertes Thema.

Nachfolgend ein kleiner Auszug aus den sich dort befindenden Topics:

„Hört, Patrioten!“

„Schiptarisation Mazedoniens“ (Schiptar = Albaner)

„LGBT (Schwuchteln) Mazedonien“

„Serbische Propaganda und Serbomanen“

„Mazedonien vs. Griechenland“

„Nigger aus Amerika tauschen Tipps aus, wie man Frauen in Skopje jagt!“

„Militärische Ausbildung Rekrut 2013“ (in Österreich sagen wir „Wehrsportübungen“ dazu)

„Geht es auch ohne Gewalt?“ (hier geht’s um „hirngewaschene Pazifisten“)

„Mazedonien ist einig und heilig!“

Abschließend

Es scheint mir fast so, als hätten sich die Schalker Ultras etwas naiv in einen Konflikt hineinziehen lassen, in dem sich keine der Seiten etwas schenkt.* Natürlich handelt es sich bei der alten Mazedonischen Flagge auch weiterhin um keine verhetzende Sache (außer vielleicht im wirren Befinden rechtsradikaler Griechen und der deutschen Polizei), doch die Gruppe hinter dem „Banner des Anstoßes“ ist es allemal.  Und bei all der berechtigten Kritik am vollkommen übertriebenen und unlegitimierten Polizeieinsatz, sowie der ebenfalls berechtigten Kritik an griechischen Nationalisten, die den Anblick einer mazedonischen Flagge nicht ertragen können und aufgrund dessen mit Mord und Totschlag drohen: mit solchen Leuten würde ich nicht auf dicke Freundschaft machen oder sie als harmlose Fans darstellen wollen.

Naiv wie ich bin, gehe ich davon aus, dass man das in Gelsenkirchen überhaupt nicht mitbekommen hat. Dieser Gedanke ist jedenfalls leichter zu ertragen als der, dass man es weiß und entweder gutheißt oder im Sinne des (grundfalschen) „unpolitisch“-Gedanken ausblendet.

(Und was geht so mit dem Verein? Dem Szenekundigen Dienst? Dem Fanbetreuer? Keinem was aufgefallen?)

Update, 22.08.2013, 20:41 Uhr

Laut Berichten mazedonischer Medien, gab es im Vorfeld des Spiels einen „Überfall“ seitens der Jungs von Komiti auf PAOK Anhänger, wobei es Verletzte gab und eine Fahne geklaut wurde.

*Update, 23.08.2013, 11:28 Uhr

Mittlerweile gab es schon von verschiedensten Seiten Dementi bezüglich der Lage im Sektor von PAOK; demnach war die Stimmung nicht aufgeheizter als es bei einem internationalen Bewerbsspiel sonst der Fall ist. Diesbezüglich muss auch die „naive Rolle“ der UGE leicht revidiert werden. Da „Lage droht zu Eskalieren“ und „Volksverhetzung“ ja bereits hinreichend widerlegt wurden, hätten Einsatzleitung und  Polizeigewerkschaftsboss bestimmt einen anderen Grund gefunden.

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15 Comments

  1. Das Aufmachen dieses weiteren Schauplatzes ist eine sehr interessante Taktik. Geht es eigentlich um das Vorgehen der Polizei die mal eben mit 200 Mann in eine volle Fankurve einmarschiert, der Erklärung dass eine ehemalige Nationalflagge plötzlich Volksverhetzung ist und dass Tränengas mitten in eine voll besetzten Block ohne konkretes Ziel gefeuert wird, soll offensichtlich hier jetzt davon abgelenkt werden. Der Versuch war es wert, aber das Ziel reicht nicht. Man kann offensichtlich über den anderen Fanclub an sich diskutieren (Wie aussagekräftig sind die Aussagen in der Gesamtmenge?, Wie sieht die lokale Rolle aus und wer urteilt darüber?, etc.). Es scheint sogar dringend nötig, aber warum das hier dann doch in Bezug zu den Vorfällen aufgeführt wird und von diesen sowohl ablenkt als auch diese relativiert, ist schon ein interessantes Vorgehen.

    Du vergisst dann auch noch inhaltlich Dinge.
    1. Ein Spiel fängt bekanntlich mit Minute Null an. Die Vorfälle fanden nach dem Ausgleich, also nach Minute 70 statt und dazu kommen noch 15 min Pause. Wenn es nur 90 Minuten gibt, ist das reichlich spät, um plötzlich wütend zu werden. 85 min von 105 min – da sind 4/5 der Zeit um gewesen,

    2. Die selbe Fahne hing beim Spiel gegen Olympiakos Piräus. Ohne jegliche Vorfälle, Platzstürme, Drohungen, Reizgaseinsatz oder Knüppel. Die gehören doch auch noch zu Griechenland, oder hat sich das geändert? Wegsaniert oder so? Oder nicht doch ein Problem von Teilen dieser griechischen Fans?

    3. „Die Griechen beanstanden Makedonien für sich. Die Welt war bisher damit einverstanden.“ waren deine Worte auf Twitter. https://twitter.com/jakobmond/status/370591928200351744
    Is ganz lustig, denn die Republik heißt weiter Republik Mazedonien, während Griechenland eben nicht so heißt und dort das Symbol nicht mal eine besondere Bedeutung hat. Das was in den 90ern passiert ist, ist der Druck eines recht großen Staates mit festem „Halt“ in NATO, EG und weiteren Bündnissen gegen einen völlig neu gegründeten Staat der ehemaligen Republik Jugoslawien. Kurz nach den Jugoslawienkriegen mit tausenden Toten und Kriegsverbrechen. Natürlich kann sich da ein neuer Staat gegen den Widerstand Serbiens „rausgründen“ und dann auf den Rückhalt in Europa verzichten, weil sie auf dem Logo bestehen…Is klar…“die Welt war einverstanden“…Sicher?
    Liest man jetzt „Student der Politik“ -> Puh…!

    1. Was soll das heißen, „interessante Taktik“? Klingt fast so, als würdest du mir damit irgendwelche bösen Absichten unterstellen. Ich habe auch in dem Artikel mehrfach darauf hingewiesen, dass ich den überzogenen Einsatz der Polizei ablehne und habe rein garnichts relativiert, sondern lediglich eine mir völlig neue Erkenntnis veröffentlicht. Wieso relativierst du die menschenverachtende Einstellung von (zumindest wesentlichen Teilen, da das Forum ja nicht gerade unwichtig ist) der Komiti? Hauen euch die Bullen bei jedem Besuch der K. grundlos kaputt, sodass keine Zeit bleibt, über deren sonstiges Gebahren nachzudenken?

      1. War nicht dabei, kann also nicht sagen, was die Griechen so gemacht haben während der ersten 70 Minuten. Vielleicht ist es erst da richtig eskaliert. Vielleicht wurde erst da die geklaute Fahne gezeigt?

      2. Genau weiß ich das nicht. Es könnte aber sein, dass Leute aus Thessaloniki besser darauf reagieren, da die Stadt in der Region Makedonien liegt, die die mazedonischen Nationalisten ja für sich beanspruchen.

      3. Das waren meine Worte, aber ich kann ja auch zwischen der ursprünglichen Region Makedonien (mit K) und der Republik Mazedonien (mit Z) unterscheiden. Das „Logo“ und das Erbe Makedoniens (des antiken Makedonien mit Alex dem Großen) ist – das ist international, also „von der Welt“ anerkannt – griechisch.

  2. Moin,

    da ich anhand Deiner Ausführungen vermute, dass Du Deine Wurzeln oder zumindest Verbindungen in Richtung Balkan hast, habe ich eine Frage:
    Als Schalker und sporadischer Besucher unserer mazedonischen Freunde habe ich mich nicht erst seit gestern mit der Thematik „United Macedonia“ auseinander gesetzt. Im Internet finden sich ja reichlich Informationen zu dem Thema. Ein Auszug aus Wikipedia:

    „Die geographische Region Makedonien wurde zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien aufgeteilt. Im serbischen Teil Makedoniens, der in Vardar-Mazedonien umbenannt wurde…“
    Als Abkürzung an dieser Stelle, ging aus dem bulgarisch/serbischen Splitterteil die heutige Republik Mazedonien hervor. Dem Beobachter stellt sich die Frage: Warum also sollte der Anspruch Griechenlands an dieser Region mehr oder weniger wert sein, als der Mazedoniens? Wie wird hier argumentiert? Habe dazu keine Informationen gefunden und natürlich sind diese aus Mazedonien selbst immer recht subjektiv!

    In unzähligen Diskussionen habe ich mit Komiti Mitgliedern über die Thematik diskutiert. Ich finde, auch Du machst Dir in Deinem Kommentar das Leben etwas einfach. Die Mentalität am Balkan ist nicht mit der zu vergleichen wie wir sie in Deutschland kennen. Die Menschen verbinden mit Ihren Ländern einen ganz anderen Nationalstolz als wir das hier tun. Das gilt gleichermassen für Serben, Kroaten, Mazedonier Griechen (…). Eine ganze Gruppe über einen Kamm zu scheren und die Nazi-Keule zu schwingen, hat aber in etwa das gleiche Mass an Objektivität wie wir das aus diversen Boulevard-Blättern kennen.
    LEIDER sind solche Symbole, oder das zur Schau stellen der selbigen, eine Zeit lang auf dem Balkan schwer in Mode gewesen – auch in Kroatioen, auch in Serbien […] Heisst das Ganze nicht gut, rückt aber den vermeindlich antisemitischen Hintergrund von Komiti in ein anderes Licht!
    Die durch DO veröffentlichten Bilder (vor der eigenen Tür zu kehren sollte der erste Schritt sein) zeigen Aufnahmen, welche wohl längst als verjährt angesehen werden dürfen. Die Gruppe Komiti als Nazis hinzustellen ist genauso falsch, wie alle Wiener Snobs oder alle Schalker zahnlose Kuttenträger sind. Sich dieses Urteil aufgrund von Einträgen in einem öffentlich zugänglichen Forum zu bilden ist mit mehr Naivität verbunden als Du der Gruppe UGE in Deinem Beitrag unterstellst!

    Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet
    Sebastian

    1. Ich vermute zwei Dinge: 1. geht es dabei um die wichtigsten archäologischen Ausgrabungen, die bezüglich Makedonien und Alexander dem Großen in Griechenland stattfanden. Das Symbol Makedoniens, dieser Stern mit 16 Strahlen wurde auch nur auf griechischem Boden gefunden, die Hauptstadt Thessaloniki steht in Griechenland, woraus sich eben der griechische Anspruch ableitet. 2. Griechenland saß und sitzt am längeren Ast in allen internationalen Institutionen, sodass Mazedonien nach wie vor um Identität kämpft; der Konflikt ist ja noch nicht beigelegt.

      Mentalitätsunterschiede kann man wohl kaum abstreiten. Aber nur weil extremer Nationalismus und Xenophobie am Balkan „common sense“ ist, ändert sich in der Bewertung dessen überhaupt nichts. Es ist natürlich nicht möglich, wegen Einträgen im Forum über die ganze Gruppe zu urteilen, aber die Vermutung, dass das Gros der Gruppe zumindest kein Problem mit diesem Gedankengut hat (so ein Forum wird ja nicht von Außenstehenden betreut) liegt zumindest nahe. Ich wollte auch euch Schalkern nicht ans Bein pinkeln, sondern nur darauf hinweisen – jetzt sagst du mir aber, es sei mehr oder weniger eh bekannt gewesen und war kein Thema? 😉

      Versnobte Grüße aus Wien!

  3. Btw noch eine kleine Ergänzung: Der angehängte Artikel zeigt zumindest mal Aufnahmen von einem anderen Spiel! Am Mittwoch wurde definitiv keine Fahne präsentiert und Übergriffe von den anwesenden Mazedonieren hat es auch nicht gegeben! Diese „Übergriffe“ sind allerdings auch bei Euch in Wien, hier bei uns in Deutschland, in Osteuropa, auf dem Balkan ….an der Tagesordnung und nichts Außergewöhnliches.

    Gleiches gilt übrigens auch hinsichtlich des Umgangs der Bevölkerungen der jeweiligen Länder mit Albanern und Roma! Nicht gut zu heissen, aber kein rein „mazedonisches“ Problem!

    Viele Grüße

    1. Hm, naja. Ich habe jetzt schon von mehreren Griechen gehört, dass es zu „Überfall“ und Fahnenklau gekommen ist. Die Werbebanden im Bild stimmen mit sonstigen Bildern des Abends überein, die Dressen des am Bild zu sehenden Spielers passen, die Fahne passt. Müsste schone ein ziemlich harter Zufall sein.

      Du hast aber Recht, es gehört zu dem ganzen Ultragame dazu. Man kann nur mutmaßen, wie sehr das aufs Gemüt der Griechen gewirkt hat…

      1. Hi nochmal,

        will mich da auch nich zu weit aus dem Fenster lehnen, man bekommt nun ja auch nicht zwangsläufig alles im Stadion mit! Das Bild spricht zunächst für sich! Da will ich nichts dran rütteln!
        Wie Du auch sagst: Ultra´Ding! Versteht nicht jeder, gehört aber unweigerlich dazu!

        Das Märchen von wütenden Griechen im Gästeblock möchte ich aber ins Reich der Fabeln verbannen! Das hat sich die deutsche Polizei als rechtfertigung zusammen gelogen! Ein entsprechendes Statement unseres Fanprojekt-Leiters wiederlegt diese Aussage ganz klar!

        „Sie befanden sich vor der Eskalation im Block der Griechen. Wie haben Sie die Stimmung erlebt?

        Ich habe es anders wahr genommen als die Polizei. Dort hieß es, dass 2700 Griechen kurz vorm Durchdrehen gewesen seien und den Platz stürmen wollten – das stimmt nicht. Es war ein normales internationales Spiel in unserer Arena. Sicher, die Griechen haben die Fahne bemerkt und waren bestimmt nicht glücklich. Das ist so, als würden Schalke-Fans eine Dortmund-Fahne im Gästeblock sehen. Aber dass damit ein solch drastischer Polizei-Einsatz in der Schalke-Kurve begründet wird, ist unverhältnismäßig.“
        Quelle: http://www.sueddeutsche.de/sport/schalke-fanbetreuer-im-gespraech-das-vertrauen-in-die-polizei-geht-verloren-1.1752484

        Vielleicht auch als Information für Dich: Es gab für einen Vorfall unter der Woche am Flughafen DO, bei dem Teile der UGE von Dortmundern überfallen wurden, Stadionverbote durch den DFB. Erwirkt durch die Polizei, ohne rechtliche Grundlage. Schalke04 hat diese Verbote für seine Heimspiele ausgesetzt! Die Vermutung liegt nahe, dass es hier eine Retourkutsche gab!
        Der KOMPLETTE Polizeibericht jedenfalls ist so haarsträubend, dass hätte Münchhausen nicht besser gekonnt!

        Viele Grüße

      2. Tatsächlich habe ich irgendwo ein Kommentar eines Griechen aufgeschnappt, in dem davon die Rede ist, dass den meisten Leuten die Fahne wohl egal war und als reiner Vorwand hergenommen wurde. Möglich wärs und – so bitter das auch ist – es würde mich überhaupt nicht wundern, dass die deutsche Polizei solche Spielchen spielt.

    2. Die Aufnahme ist entweder sehr gut mit einem Bildbearbeitungsprogramm manipuliert worden oder sie zeigt tatsächlich Bilder vom Mittwoch. Ich vermute letzteres! Wie die Fahne in die Nordkurve gelangt ist, weiß ich nicht. Das Klauen und präsentieren von gegnerischen Fanutensilien ist jedoch ein „Ultra-Ding“ und international bekannt. Rein theoretisch kann zwischen dem Fahnenklau und dem Präsentieren ein langer Zeitraum liegen und es muss kein direkter Zusammenhang mit dem vorgestrigen Spiel bestanden haben.

      1. Alles richtig. War nur ein Versuch, etwas Licht in die Sache mit der „aufgeheizten Stimmung“ zu bringen, der sich aber mit den Beobachtungen, dass die Stimmung überhaupt nicht aufgeheizt war, ohnehin selbst erledigt hat.

  4. Mir bekannte PAOK-Fans, die in der Arena AufSchalke waren, berichten, dass es keine aufgeheizte Stimmung wegen des Komiti-Skopje-Banners gab. Zwar sind die PAOK-Leute als Nachfahren der Konstantinopler, die 1921 nach dem Vertrag von Lausanne vom türkischen Festland vertrieben und nach Saloniki gingen, nicht besonders gut auf die diversen mazedonischen Nationalisten dies- und jenseits der Grenze, aber der Konflikt interessiert eigentlich nur, wenn PAOK gegen Aris das Saloniki-Derby spielt. Ansonsten gehen den meisten PAOK-Fans die Konflikte rund um die Anerkennung des Staates Mazedonien durch den Staat Griechenland ziemlich weit am Heck vorbei. Einer der Kollegen vom PAOK-Fanclub Invaders aus Düsseldorf meint gesehen zu haben, dass es vor allem der eine mitgereiste griechische Cop war, der kurz vorm Ausrasten war. Der hat dann den zugeteilten deutschen Cop (ein Mann, der als Soldat lange auf dem Balkan war) aufgehetzt…

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